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Moderne Geschichte: 1964 begann die Amerikanerin Virginia Daly aus Michigan, die auch Ehrenmitglied der CFA ist, ein Zuchtprogramm mit dem Ziel, eine Katze orientalischen Typs mit dem rostbraunen Fell der Abessinier zu erhalten. Aus der Verpaarung eines Chocolate Point-Siam-Katers und einer Abessinier entstanden jedoch keine Agouti-Kätzchen, es stach vielmehr eines mit zimtfarbener Fleckenzeichnung auf elfenbeinfarbenem Grund hervor. Die Katze wurde auf den Namen “Dalai Talua”, Spitzname “Tonga”, getauft und sollte an der Spitze der Ahnenreihe einer neuen Rasse namens Ocicat stehen. Diese Bezeichnung stellt eine Kombination aus den Namen der kleinen amerikanischen Wildkatze Ozelot und der Hauskatze dar. Die Verpaarung wurde wiederholt, damit begann das eigentliche Zuchtprogramm. Auch der Züchter Tom Brown und der Genetiker Clyde Keeler aus Detroit beteiligten sich daran. Um eine grössere Statur und vielfältigere Farben zu erhalten, wurden American Shorthair eingekreuzt. Schon 1966 registrierte die CFA die Kätzchen, aber es sollte noch zwei Jahrzehnte dauern, bis die Ocicat ihre jetzige Gestalt angenommen hatte. Die ersten reinrassigen Exemplare erreichten 1991 Europa und wurden von der FIFe 1992 in Budapest anerkannt. Der erste europäische Champion dieser Rasse ist die Kätzin “Zohara’s Sepeherina”. In den europäischen Ländern ist die Rasse immer noch selten.
Standard: Mittelgrosse bis grosse Katze mit kräftigem, kompakten Körperbau, mässig lang gestreckt und muskulös. Der Kopf bildet ein stumpfes Dreieck mit mittelgrossen, an der Spitze leicht abgerundeten, seitlich am Kopf ansetzenden Ohren. Das Nasenbein ist lang mit kaum ausgeprägtem Stopp, das Kinn ist kräftig. Die Augen sind gross und mandelförmig, alle Farben ausser Blau sind zulässig. Die Beine sind nicht zu lang mit ovalen, festen Pfoten. Der Schwanz ist ziemlich lang und läuft zum Ende hin spitz zu. Das Fell ist kurz, dicht und liegt eng am Körper an.
Charakter: Obwohl sie entschieden grösser ist als ihre Verwandten Siam und Abessinier, hat die Ocicat ein orientalisch aktives Temperament, wenn auch in weniger ausgeprägter Form als die echten Orientalen. Sie ist wenig lautfreudig, gesellig und sucht sich meist eine Person in der Familie aus, zu der sie eine enge Beziehung aufbaut. Wegen ihres verspielten, neugierigen und wenig aggressiven Wesens ist sie als Spielgefährten für Kinder geeignet und akzeptiert auch Hunde im Haushalt. Sie ist sehr agil und vital und sehr lernfreudig. Ausserdem ist diese Rasse sehr sozial gegenüber anderen Katzen eingestellt. Es kommt selten zu Macht- oder Revierkämpfen. Im gegenteil. Meist liegen sie zusammengekuschelt in irgendeiner Ecke, wo man sie nicht vermutet, und schlafen oder putzen sich gegenseitig.
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